Webseiten Zensur in China
Chinesisches Internet live erleben
Mit Hilfe des Internetbrowsers Firefox wird Usern nunmehr eine Erweiterung zur Verfügung gestellt, mit der man das Surfen im Netz aus Sicht eines Chinesen erleben kann. Die chinesische Regierung sperrt für ihre Bevölkerung den Zugriff auf diverse „untaugliche“ Internetseiten – welche das sind, lässt sich mit Firefox live miterleben.Über eine .xpi-Datei, die der User downloaden und installieren muss, kann man im Browser über den Button „Go“ den China-Channel auswählen und live wie ein Chinese im Internet surfen.
Dann erfährt man zum Beispiel, dass im Reich der Mitte die Website der Exilregierung in Tibet nicht aufgerufen werden kann, oder auch bei der Suche nach dem Platz des Himmlischen Friedens, unter anderem bei Wikipedia, die Meldung „Verbindung abgebrochen“ erscheint. Die Unabhängigkeit der Länder Taiwan oder Tibet, die Thematik Demokratie oder auch die Falun-Gong-Sekte: Alles Inhalte, die laut chinesischer Regierung ungeeignet für die Bevölkerung sind und sich ergo nicht über das Netz abfragen lassen. Viele Internetseiten sind den Chinesen dauerhaft versperrt, manche Websites werden für bestimmte Zeitabstände freigegeben. Als die New York Times 2001 ein Interview mit dem chinesischen Staatschef führte, wurde die Website der Zeitung kurzfristig auch für Chinesen zugänglich gemacht.
Die Entwickler der Firefox-Erweiterung wollen mit der ungewöhnlichen Surfoption der westlichen Bevölkerung das Land, die Gesetze und Handhabungen des Landes China näherbringen und über die Zustände dort informieren.
Schon seit längerer Zeit steht China in der Kritik von Menschenrechtsverteidigern und westlichen Regierungen. So wurde jüngst in den USA ein Verhaltenskodex eingerichtet, der Unternehmen darauf hinweisen soll, wie sie sich in China und anderen Ländern, in denen Kontrolle und Zensur an der Tagesordnung sind, verhalten sollen. Rede- und Meinungsfreiheit sollen beispielsweise in diesen Ländern forciert und der Schutz der Privatsphäre jedes Einzelnen thematisiert werden.
Chinas Zensursystem, das als Golden Shield Project oder auch als Great Firewall bezeichnet wird, kann jedenfalls über die Firefox-Applikation hautnah im Westen miterlebt werden.













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Am 31. Oktober 2008 um 18:15 Uhr
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